Haushaltssammlungen der Gemeinden

Wahl des richtigen Sammeltyps

Beim Entscheid zu einem Sammeltyp orientieren sich die Gemeinden mit Vorteil an den Bedürfnissen des jeweiligen Abnehmers (Papier- und Kartonhersteller / Entsorger). Hervorgerufen durch verschiedene Verarbeitungstechniken und verschiedene Endprodukte der Verwerter empfiehlt sich die Rücksprache mit dem jeweiligen Abnehmer hinsichtlich des zu wählenden Sammeltyps.

So kann Zeitungsdruckpapier nur aus separat gesammelten Zeitungen, Illustrierten, Druck- und Schreibpapieren hergestellt werden. Kartonfasern (braune, ungebleichte Fasern) würden die Stoffmasse zu sehr verunreinigen. Karton, insbesondere Graukarton und Faltschachtelkarton kann hingegen problemlos aus gemischtem Altpapier hergestellt werden. Für die Produktion von Wellpappenrohpapiere wiederum wird hauptsächlich sortenrein gesammelter Altkarton (Wellpappen) eingesetzt.

Sammeltyp bekanntgeben

In der Praxis haben sich folgende Sammeltypen durchgesetzt:

  • Sammeltyp 1 "Papier/Karton gemischt"
  • Sammeltyp 2 "Papier separat, Karton separat"

Durchführung der Sammlung

Je nach Gemeindegrösse und Gemeindeorganisation lassen sich unterschiedliche Lösungen für die Durchführung der Sammlung finden. So gibt es Gemeinden, welche die Sammlung mit gemeindeeigenen Diensten durchführen. Andere haben diese Dienstleistung an Dritte outgesourced. Beim Outsourcing empfiehlt es sich, professionelle Dienstleister herbeizuziehen. Obwohl es einer langen Tradition entspricht, private Vereinigungen oder Schulen für das Einsammeln einzusetzen, wird aus Sicherheitsgründen davon abgeraten.

Die Frage, ob nebst der Einsammlung vor der Haustüre auch Recyclinghöfe angeboten werden, in denen nebst Papier und Karton viele andere Fraktionen entsorgt werden können, ist unter betriebswirtschaftlichen Aspekten zu beurteilen. Das Angebot ist aber auch eine Frage des Komforts für die Bürger. Abhängig vom Ausbaugrad der Infrastruktur ergeben sich höhere oder niedrigere Kosten für die Gemeinden.

Ohne Information keine Motivation

Gemeinden sollten darauf achten:

  • regelmässig über Sammeltyp, Sammeltermine usw. zu informieren (Lokalblätter, Tafeln am Ortseingang, Streusendungen usw.)
  • die Sammeltermine möglichst für das ganze Jahr (Flugblatt, Inserat, Abfallkalender, Webseiten) und frühzeitig zu publizieren
  • eine regelmässige Sammlung (z.B. jeden Monat) zu organisieren, damit sich die Bürger den Sammelrhytmus einfach merken können
  • den Sammeltyp im Laufe des Jahres möglichst ohne Wechsel durchzuziehen (also nicht ein paar Mal getrennte Sammlung, dann ein paar Mal gemischte Sammlung)
  • die Bürger über den Erfolg des Altpapiersammelns in den Medien zu orientieren